GaiaDG

Eine Groteske in 7 Sprachen mit Musik

A:Meine Mutter ist in die Hölle gefallen. Sie ist ungläubig. Sie denkt nicht, dass die Welt gemacht ist, auch nicht von Gott.
B:Studieren Sie Musik?
A:Ich rede nicht von der Musik. Ich rede von der Hölle.
B:Aber wer einmal in den Fluss gefallen ist, kann nicht mehr zurück in die Stadt.
A:Ist sie gefangen?
B:Es gibt einen Weg, durch den Ihre Mutter zurückkehren könnte. Aber er ist einer modernen Frau nicht zumutbar.
A:Verraten Sie mir den Weg.
B:Es ist der Weg des Kaisers. Schmerzhaft wie jeder künstliche Messerschnitt.
A:Genauer bitte!
B:Na ja, wie soll ich es Ihnen sagen?
A:Brauchen Sie Bestechungsgeld?
B:Wie kommen Sie darauf?
A:Sagen Sie mir schnell, was ich tun soll!
B:Sie müssen Ihre Mutter gebären.
A:Wie bitte?
B:Ihre Mutter muss aus Ihrem Bauch kommen. Denn nur durch eine lebende Gebärmutter kann eine Tote lebendig in die Welt der Lebenden zurückkommen.
A:Aber warum sollte ich das machen? Meine Großmutter hat meine Mutter geboren.
B:Sie ist schon tot.
A:Aber wie kann ich meine eigene Mutter gebären?

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Zuweilen mit dem Gefühl als Zuschauer Teil eines Filmes zu sein, so schnell blenden sich die Bilder ein und aus. Mit ihrer Collage Gaia verbindet die Gruppe in sieben Sprachen Elemente aus kulturell verschiedenen Theaterformen mit Musik. Von Platon über Tschechow, Thelma und Louise bis hin zu Blog-Tagebüchern. Vom Akkordeon über „Teach me Tiger“, „Deutschland sucht den Superstar“ hin zum Puppentheater. Frauenbilder mit Übertiteln. Das erfordert von den beiden Darstellerinnen schnelle Wandelbarkeit. Diese wird spielend mit Hilfe von japanisch anmutenden Paravanen gewährleistet, hinter denen nicht nur Schattenspiele wieder in die Wirklichkeit fließen. Die selbst erarbeiteten Bilder werfen einen Blick auf die weibliche Gestalt heute. Weiblichkeit oder was auch immer das heißen möchte. Und das garantiert mit einer gehörigen Portion Humor.

„Ein Fazit gibt es nicht, es fehlt aber auch nicht. Sie zeigen die Frau. Und über allem steht die Ironie und das Groteske. Nicht eine Sekunde werden sie sentimental. [...] Sie können die Vorstellung überall auf dieser Welt spielen. Man kann sie überall verstehen.“

epresso (Ungarn)

Mitwirkende

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