Wie der Wind im Ei

Ein Stück von Yoko Tawada

„Ich muss meine Handschrift bei mir behalten, genauso wie meine Hände, von denen ich auch keine Kopien habe. Wie soll ich nachts ohne Hände Träume überleben?”

Yoko Tawada: Wie der Wind im Ei

Eine Frau, die neun Monate schreibt, um später ihr Manuskript verbrennen zu können, ein Mädchen, das kommt und geht wie der Wind, eine putzwütige Schwägerin und ein Dichter der lieber liest als schreibt…

Diese Wesen sind zusammengeworfen in einem seltsamen Haus. Um das Haus herum bewegen sich Äste wie menschliche Hände. Das Kind spricht nur einzelne Sätze nach, isst unentwegt Eicherfrüchte und beißt. Und es schreibt das was die Frau schreibt, aber viel schöner. Die anderen unterhalten sich schwebend, wie in einem Traum. Über Alltägliches, über den Mann der Frau, der auf einer Insel lebt, über das Schreiben. So plötzlich, wie sie in das Haus hineingeworfen werden, so plötzlich werden sie wieder hinauskatapultiert, nur die Frau bleibt zurück. Existentielle Abgründe, Ängste, Gegenwelten, über die wir noch endlos nachdenken können, über die wir überraschend lachen.

Anlässlich zur Nippon Connection 2007, dem größten japanischen Film Festival Europas in Frankfurt am Main, wird ein komplettes Theaterstück Tawadas in den Vordergrund gestellt. Durch die Zusammenarbeit von The@rt mit Nippon Connection und den Landungsbrücken Frankfurt werden weiterreichende Synergien erzeugt. Wie der Wind im Ei erzählt die Geschichte von 4 Personen im gemeinsamen Konflikt. Tawada bearbeitet dies in eindrucksvoll kondensierter Art. Kein Wort scheint verschwendet. Sie verbindet spielerisch westliche Gedankenwelten mit östlicher Philosophie, Elemente russischer Dramatik des 19. Jahrhunderts mit Elementen des antiken griechischen Chores und erschafft sich somit eine unbestimmbare Nische einer eigenen besonderen Theatralität ihrer Texte und scheint dabei seltsames Verbindungselement verschiedener Kulturen zu sein.

„Die Leichtigkeit dieser Texte rührt vielleicht daher, dass die Autorin unserer Jahrhunderte Müdigkeiten nicht erst von ihren Gliedern abstreifen muss und dass sie die Sprache beanspruchen kann für Bereiche, die uns höchstens noch im Traum einfallen.”

Anne Duden, Süddeutsche Zeitung

Mitwirkende

Premieren

Für das Kultur Rahmenprogramm der Nippon Connection 2007 produziert und aufgeführt in Kombination mit einem Musik-Lese-Theater von und mit Yoko Tawada selbst und der japanischen Jazz-Pianistin Aki Takase am Flügel. Weitere Informationen unter Links.


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